Besonderheiten der Fränkischen Schweiz



Noch einige Bemerkungen zu unserer schönen Fränkischen Schweiz. Frankens Brauereiwesen, das typische Bier der Region, die spezifische Art zu essen und zu trinken sind wichtige Kulturgüter.
Bier:
Der fränkische Brauer stellt heute bis zu vier Biertypen her. Fast jeder von ihnen braut ein dunkles Vollbier (untergärig), das gegen das Licht einen schönen rotgoldenen Ton annimmt und relativ stark gehopft ist. Das zweite Bier ist ein ungespundetes Kellerbier. Dieses Kellerbier ist nicht durch- scheinend-glanzhell, sondern trüb, was durch die Heferückstände kommt. Es ist etwas weniger malzig u.stärker gehopft. Das dritte Bier ist das Festbier, das Weihnachtsbier oder Kirchweihbier, das etwa dem dunklen Vollbier entspricht, aber einen höheren Stammwürzegehalt hat. Das vierte Bier ist heute in den etwas größerern Brauereien das Pils.
Schnaps:
Häufig gibt es hausgebrannte Schnäpse. Alles was an Früchten reift wird zu Schnaps ge- brannt, Kirschen, Zwetschgen, Quitten, Äpfel, Birnen, Schlehen etc. Die Fränkische Schweiz ist eines der größten Kirschanbaugebiete Mitteleuropas. Essen:
Besondere Spezialität sind die Rostbratwürste mit Sauerkraut und Brot. In Nürnberg sind sie klein und dünn, dafür ißt man mindestens sechs, in anderen Gegenden Frankens werden sie dickbauchig und prall angeboten und zwei bis drei genügen vollauf. Das Brot sollte aus dem Holzofen kommen, manche Dörfer haben heute immer noch einen gemeinsamen Backofen, Dazu einen Zwetschgenbammes, zwetschgenholzgeräuchertes Rindfleisch, das nicht über- all zu bekommen ist, oder Ziebeleskäs, oder Blut- und Leberwurst oder eine hausgemachte Stadtwurst mit Musik, also mit feingehackten Zwiebeln in Essig und Öl, oder Pressack, oder Sulz, als Bratwurstsulz oder Knöchlassulz., oder saure Zipfel, gekochte Bratwürste mit Zwiebeln und Essig. Wer lieber warm essen will, bekommt Schäufele oder Knöchla mit Kloß, also Schulter oder Eisbein mit rohem Kloß. Spargel sind ausgezeichnet und sehr beliebt. Im Winter sollte man sich weder den Aischgründer Spiegelkarpfen noch eine Schlacht- schüssel entgehen lassen.

Museumsbahn:
Dem 1974 von eisenbahnbegeisterten Idealisten gegründeten Verein "Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V.) ist es zu verdanken, daß das herrliche Wiesenttal mit seinen reizvollen landschaftlichen Schönheiten heute an Sonntagen wieder wie anno dazumal per Dampfbahn bereist werden kann. Seit 1978 ist die 16 Kilometer lange Strecke Ebermannstadt- Behringersmühle Eigentum der DFS, und seit 1983 werden die DFS-Dampfzüge von einer - von ehrenamtlichen Helfern in Tausenden von Arbeitsstunden mühevoll restaurierten - Dampflokomotive Typ Ploxemann Bn2t, Baujahr 1923, gezogen, der ältesten betriebsfähigen Dampflok Frankens. Der Verein verfügt auch über Dieselzüge oder Triebwagen. Nebenbahntriebwagen VT 135069 und Diesellok der Baureihe V26aus dem Jahr 1939 .

Klettern:
Die Fränkische Schweiz mit ihren unzähligen Dolomitfelsen bietet Klettermöglichkeiten in allen Schwierigkeitsgraden.

Geschichte
Spuren ersten menschlichen Lebens in der Fränkischen Schweiz, also in dem Gebiet, das durch das Städtedreieck Bamberg, Bayreuth und Nürnberg grob umrissen wird, lassen sich aufgrund von Bodenfunden, Hügelgräbern, Wohn- oder Fliehburgen feststellen. Während der bis ca. 10 000 v. Chr. andauernden letzten Eiszeit war diese bevölkert. Ebenso gibt es Funde aus der Mittelsteinzeit (10 000-5000 v. Chr., der Jungsteinzeit (bis 2000 v. Chr., der Bronzezeit (Hügelgräberzeit), der Eisenzeit die bis zur Zeit von Christi Geburt reicht. Im 7. Jahrhundert gelangten die Franken- von Westen her vordringend- an die Rednitz. In der Nähe von Forchheim errichteten sie ein Kastell. Unter Karl Martell wurde in Forchheim ein Königshof angelegt. Der fränkische Einfluß zeigt sich auch durch die mannigfachen Kirchen, die dem Hl.Martin geweiht wurden, denn er war der Schutzheilige aller Franken. Geschichtlich bestimmend für die Fränkische Schweiz wurde die Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007 durch Kaiser Heinrich II. Der Kaiser stattete das Bistum materiell äußerst großzügig aus: Unter anderem erhielt es die Königshöfe in Forchheim, Hersbruck und Velden samt den dazugehörigen Ländereien. Der Bischof von Bamberg wurde zum größten Grundherren in diesem Gau und somit zum wesentlichen politischen Faktor. Ebermannstadt, Hollfeld, Pottenstein und Waischenfeld wurden Amtssitze bischöflicher Dienstmänner.

Hussitenkriege:
1430 fallen die Hussiten in die an Böhmen angrenzenden Gebiete ein und richten schwere Verwüstugen an. Viele Orte werden ausgeplündert und danach in Schutt und Asche gelegt. Hof, Kulmbach, Bayreuth, Waischenfeld, Ebermannstadt, Creußen. Lediglich reiche Städte wie Nürnberg oder Bamberg konnten sich durch immense Geldsummen freikaufen.
1. Markgrafenkrieg:
Die beiden Markgrafenkriege, die weite Teile Frankens in Schutt und Asche legten, wurden aus dem ehrgeizigen Bestreben der Markgrafen, ein geschlossenes Territoriom, ein fränkisches Herzogtum zu schaffen, geführt. Ein weiterer Streitpunkt war die Forderung des Markgrafen an die Stadt, ihren Beitrag zu den Kriegskosten, die der Markgraf in den Hussitenkriegen aufzuwenden hatte, zu leisten. Da alle Vermittlungsversuche scheiterten, sandte der Markgraf 1449 Nürnberg einen Fehdebrief zu. Nürnberg verbündete sich mit ca. 30 Städten, der Markgraf mit 30 anderen Fürsten. Drei Jahre lang wurde Franken im sogenannten 1. Markgrafenkrieg mit Tod und Verderben überzogen. Aufgrund dieser fürstlichen Fehden griffen nun die Bauern von Effeltrich zur Selbsthilfe. Sie bauten ihre Kirche zur Wehrkirche aus. Lediglich durch Verstärkung der einzigen Mauern im Dorf- der Friedhofsmauern- konnten sie sich eine Art Gegenstück zur Stadt- mauer schaffen. Durch Ausbau der Kirchen zu Wehrkirchen schufen sich auch die Bauern anderer Dörfer eine Art Burg.
Bauernkrieg:1524
Die wachsende Erbitterung der Bauern, der Mehrheit der Bevölkerung, über die immer drückender werdende Abgaben- u. Fronleistungen, über die schreiende soziale Ungerechtig- keit - Adel und Klerus zahlten beispielsweise keine Steuern- sowie über die voranschreitende Einführung des römischen Rechts entlud sich zuerst im Südwesten des Reiches in Gewalt- tätigkeiten. Im fränkischen Raum werden vor allem die beiden Bistümer Würzburg und Bamberg von den Bauernhaufen heimgesucht. Amtshäuser, Klöster, Burgen werden gestürmt, geplündert und gehen in Flammen auf.
2. Markgragenkrieg:1541-1553
Da es A. Achilles nicht gelungen war, Nürnberg in die Knie zu zwingen, unternahmMarkgraf A-Alcibiades im 2. Markgragenkrieg erneut den blutigen Versuch und stürzte Franken wiederrum in heillose Zerstörung, ohne daß die Narben, die der Bauernkrieg hinterließ, ver- heilt gewesen wären. Zunächst belagerte der Markgraf das mächtige Nürnberg, sodann überfiel er Bamberg, und der Bischof mußte zusehen, wie mehr als die Hälfte seines Territoriums -darunter Gößweinstein,Waischenfeld,Neideck und Forchheim- sich der Markgraf aneignente.
Dreißigjährige Krieg 1618-1648:
Der 30jährige Krieg, der als Religionskampf zwischen Protestanten und Katholiken begann, endete schießlich als gesamteuropäische Machtauseinandersetzung. Tausende von Söldnern aus Europa und den verschiedensten Teilen des Reiches durchzogen die Fränkische Schweiz.

Burgen u. Schlösser
Burgen u. Schlösser charakterisieren die Landschaft Oberfrankens in besonderem Maße, in der Fränkischen Schweiz bilden sie sogar das Aushängeschild einer Region. Von den hier einst errichteten 149 Wehranlagen ist zwar heute der größere Teil nicht mehr erhalten, doch zeugen die vorhandenen Baudenkmäler von der Geschichtsträchtigkeit dieses Landstrichs.
Muggendorf
Der Ort zählt zu den ältesten Kurorten der Gegend - die Fränkische Schweiz wurde noch im letzten Jahrhundert in der Literatur als Muggendorfer Gebirge bezeichnet. Erst vor einigen Wochen Juli 96 wurde das Gäste- u. Verwaltungszentrum des Marktes Wiesenttal mit einem Festakt seiner Bestimmung übergeben. Das stattliche Gebäude in einer parkähnlichen Gartenanlage ist bereits 1857 als Kurhaus errichtet worden. Das Kurhotel hat in seiner bewegten, fast 140jährigen Geschichte, die Geschicke des Ortes wesentlich mitbestimmt, geprägt u. getragen. Als Kurhotel eingerichtet war der Kurbetrieb auf warme und kalte Bäder, wie Stahl-, Fichtennadel- und Salzbäder angelegt. Zu den wohl berühmtesten Gästen zählte 1879 auch Richard Wagner mit seiner Familie. Ganz offensichtlich haben aber die Urlauber hier die landschaftlichen Reize und die naturwissenschaftlichen Besonderheiten der Umgebung in höherem Maße interessiert, so daß die Bäder und ihre Anlagen immer weniger genutzt wurden. 1934 wirbt man bereits Göste für ein "Parkhotel". Der Krieg unterbrach diese neue Aktivitäten. Mit dem Einmarsch der Amerikaner wurde das Parkhotel 1945 beschlagnahmt und diente dem Militär als Unterkunft. Später nahm es die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten auf. Danach und bis in die 70er Jahre wurde das Haus als Hotel und er- lesene Gastwirtschaft geführt.In den 80er Jahren quartierte man im inzwischen leer stehenden Hotel erneut Flüchtlinge ein. Diesmal kamen sie aus Ghana, dem Iran oder den damaligen Ostblockstaaten. Heute ist das ehemalige Kurhotel wieder der Glanzpunkt von Muggendorf. Der Prachtbau ist eines der schönsten Rathäuser im weiten Umkreis. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen das Trauzimmer und das Sitzungszimmer. Ein besonderer Augenmerk gilt auch dem Treppenhaus,das erhalten werden konnte.

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