Gößweinstein

Frommes Städtchen auf der Jurahöhe, überragt von der Burg und einer doppeltürmigen Wallfahrtsbasilika - Ziel zahlloser Pilgergruppen. Der Ortskern gruppiert sich entlang der Hauptstraße und zieht sich terrassenförmig zum Burghügel hoch. Hauptrummel am Vorplatz der Basilika, viel Andenkenkitsch und die ältesten Gasthöfe.

Basilika
Auf dem seit 900 Jahren geweihten Plätzchen steht jetzt die schönste Kirche der Fränkischen Schweiz, die vom Papst Pius XII den Rang einer Basilica minor bekam. Im 11. Jahrhundert soll an Ihrer Stelle eine Kapelle gestanden haben, die der Legende nach auf die Türkenbesetzung zurückzuführen ist. Der damalige Burgherr legte ein Gelübde ab, wonach er eine Kapelle erbauen läßt, falls ihn die Türken ungeschoren lassen. Im 12. Jahrhundert erbauten die Reichsherren von Schlüsselberg eine neue Kirche. Die jetzige Basilika wurde zwischen 1730-39 von Fürstbischof Friedrich Karl Graf von Schöborn (der sich auch über dem Eingangsportal verewigen ließ), nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut. An eine Ausmalung der Kirche war jedoch 200 Jahre nicht zu denken, da dem Fürstbischof die geforderte Geldsumme des Künstlers jedesmal zu hoch erschien. Erst 1928 führte Professor Kolmsperger, die von Küchel angelegte Freskenmalerei durch. Der berühmte Hofbaumeister erbaute die doppeltürmige Barockkirche in einem kleeblattförmigen Grundriß (Querschiff u. Chor mit dreiseitigem Abschluß). Beim Eintritt in die Kirche überwältigt einen der Hochaltar (von Kochel), aus dessen belebtem Aufbau eine große, vergoldete Weltkugel hervortritt, eingebettet vom Hl. Petrus und Paulus. Engel umringen das darüberliegende, in einem Glasgehäuse befindliche Gnadenbild. In den 2 Nebenaltären verkörpert links der Kreuzaltar das Geheimnis der Erlösung und rechts der Marienaltar die Menschwerdung. Im Kirchenschiff befinden sich noch 4 weitere Altäre, die das Anliegen der Wallfahrer aufzeigen - der St. Josefaltar (für die Männer), der St. Anna Altar (Mütter), Kunigundenaltar und Nepamukaltar (der Märtyrer des Beichtgeheimnises).
Seit 1979 ist die Kirche in Besitz der Franziskaner. Die Kirche wird noch heute von Franziskanermönchen verwaltet. Hinter der Baskilika die sehenswerte Klosterkirche.


Burg
Die aus dem 11. Jahrhundert im gotischen Stil stammende Burg wird oft als Motiv zur Gralsburg mit Richard Wagner (Parsival) in Verbindung gebracht. Jahrhundertelang Amtssitz der Bamberger Bischöfe, kaufte sie 1879 Dr. Freiherr von Sohlern, dessen Familie sich noch heute um den Erhalt des Gemäuers kümmert. An den Turm angegliedert befindet sich die kleine Kapelle mit einfachen Wandgemälden (erinnert ein wenig an Comic-Strip). Außer dem Kellerverließ nichts weiteres zu besichtigen. Trotzdem entschädigt einen für die vielen Stufen nach oben der herrliche Weitblick, den man bis hinauf ins Fichtelgebirge hat.

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