Das Walberla und sein Sagenkranz


Auszüge aus dem Themenheft von Alfred Frank (1906-1982) Kirchehrenbach 1989

Die Mehrzahl der Ehrenbürgsagen sind nicht an den Berg gebunden und somit sich kaum an einstige örtliche Ereignisse und Zustände knüpfen. Wahrscheinlich ist, dass sie von Menschen, die ehemals zum Berg oder in seine Umgebung kamen und später vielleicht wieder abzogen, mitgebracht worden waren, um demnach einem Gedanken- und Glaubensgut entstammen, das überörtlich Geltung besaß. Daraus dürfte dann auch auf ein hohes Alter dieser Überlieferungen zu schließen sein. Sicherlich stellen die heute noch bekannten oder doch niedergeschriebenen Sagen und Legenden nur einen Bruchteil der einst von Mund zu Mund weitergetragenen Erzählungen dar, weshalb wohl viele Sagenelemente, das heißt Erinnerungen aus vergangener Zeit, für immer verloren gegangen sein dürften.

Aus dem Themenheft werden ich hier in gewissen Abständen weitere Sagen veröffentlichen:


1. Der vergrabene goldene Pflug

Wie der Göttin Nerthus gehört auch Walburgis als Fruchbarkeitssymbol ein goldener Pflug zu. Sie soll diesen einst auf der Ehrenbürg unter einem Wacholderbusch vergraben haben, wo er heute noch ruht. Vorzeiten versuchten die Umwohner des Berges, den wertvollen Pflug zu heben. Doch bemühten sie sich vergebens. Selbst als bereits des ganze Bergplateau umgewühlt war, war er noch nicht zum zum Vorschein gekommen. Daür hatten die Menschen ungewollt den Boden urbar gemacht und so zur besseren Fruchtbarkeit des Berges beigetragen. Eines Tages aber, so raunt die Sage, wird die goldene Pflugschar, von einer Gluckhenne ausgescharrt, doch ans Tageslicht gelangen. Bei solcher Prophezeihung denken wir an die Überlieferung, dass am Jüngsten Tag die Kirchturmspitze der versunkenen "Pilatus-Stadt" bei Hausen (Landkreis Forchheim) von einem Hahne zutage gefördert werden wird. Damit tritt der Hahn als wichtige Gestalt der deutschen Mythologie) auch in den Bannkreis der alten Überlieferungen von der Ehrenbürg.
Auf Walburgis Fruchtbarkeitszauber deutet zudem ebenso der alte Volksglaube hin, dass die Mädchen der Umgebung nur dann einen braven Mann bekommen werden, wenn sie in sieben aufeinanderfolgenden Jahren zur Zeit des Walberlafestes den Berg besteigen.

2. Die verschwundene Silbersichel der Heiligen

3. Walburga besiegt böse Geister

4. Im Kampf gegen die Hexen

5. Die Hexe im Wirbelwind

6. Mönche finden eine Schatzhöhle

7. Die unerlöste "Weiße Frau"

8. Schatzjungfrau wird zum Schlangentier

9. Der Traum vom großen Schatz

10. Der große Fisch im Berg

11. Der Fisch in der Marienkrone

12. Das Orakelbrünnlein bei St. Moritz

13. Die Irrglocke zu Kirchehrenbach

14. Die Schlangenkönigin am Ehrenbürghang

15. Das "Holl-Luch" endet zu Wiesenthau

16. Das Walberlaschloß und die "Steinere Frau"

17. Die drei Jungfrauen vom Walberlakloster

18. Der Wilde Jäger auf der Ehrenbürg

19. Der Schimmelreiter zu Neunkirchen

20. Bestrafte Neugier

21. Böses Erlebnis mit der wilden Jagd

22. Schlecht belohnte Gutherzigkeit

23. Heh-Männer erschrecken nächtliche Wanderer


24. Begegnung mit einem feurigen Mann



back