Gedicht 13

Dies ist die Nacht, da mir erschienen
Des großen Gottes Freundlichkeit;
Das Kind, dem alle Engel dienen,
Bringt Licht in meine Dunkelheit,
Und dieses Welt- und Himmelslicht.
Laß dich erleuchten, meine Seele,
Versäume nicht den Gnadenschein,
Der Glanz in dieser kleinen Höhle
Streckt sich in alle Welt hinein;
Es treibet weg der Höllen Macht,
Der Sünden und des Todes Nacht.
In diesem Lichte kannst du sehen
Das Licht der klaren Seligkeit;
Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen
Vielleicht noch in gar kurzer Zeit,
Wird dieses Licht mit seinem Schein
Dein Himmel und dein Alles sein.
Laß nur indessen helle scheinen
Dein Glaubens- und dein Liebeslicht!
Mit Gott mußt du es treulich meinen,
Sonst hilft dir diese Sonne nicht;
Willst du genießen diesen Schein,
So darfst du nicht mehr dunkel sein.
Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne,
Bestrahle mich mit deiner Gunst!
Dein Licht sei meine Weihnachtswonne
Und lehre mich die Weihnachtskunst,
Wie ich im Lichte wandeln soll,
Und sei des Weihnachtsglanzes voll!

Kaspar Friedrich Nachtenhöfer

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