Kamasutra drawings
von ARTas

SEX ALS KUNSTFORM


Wie die Ilustrationen zeigen, ist Erotik ein altes Kulturerbe. Das Lehrbuch der Liebe, das Kamasutra, stammt aus dem dritten Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild der Woche

 

Sex ohne Schleier
Eine Historikerin übersetzt das Kamasutra neu und entdeckt darin die souveräne Rolle der Frau. Wendy Doniger erforschte die fernöstliche Liebesfibel, die sie für gründlich missverstanden hält.
Die US-Forscherin Doniger hat das Urkamasutra, das der Inder Mallanaga Vatsyayana schon im dritten Jahrhundert schrieb, neu aus dem Sanskrit übersetzt. Bei Vatsyanyana verfolgt die Frau selbstbewusst ihre eigenen Bedürfnisse: Sie ergreift die Initiative beim Liebesspiel oder beschimpft den untreuen Liebhaber in aller Öffentlichkeit. Allerdings darf sie selbst untreu sein, wenn der Gatte in der Liebe versagt. Für ihren Genuss verwendet sie Dildos und geht lesbische Beziehungen ein.
Vatsyayana beschreibt Erotik als einen der Bereiche des Sinnlichen (Kama), in dem der Mann - und die Frau - von Welt ebenso geschult sein sollte, wie in weltlichen Erfolg (Artha) und in der Religion (Dharma). Neben den 64 Stellungen führt ddas Kamasutra 64 weitere Vergnügen auf, die zum Kama gehören, etwa zeichnen, musizieren, kochen und dichten.
Eine Lehre des Kamasutra sei heute noch immer gültig, meint Doninger: Lust und Sex bedürfen der Kultur. Aber selbst dem Autor des Originals war eines klar: "Wenn das Rad der sexuellen Ekstase in vollem Schwung ist, gibt es kein Lehrbuch und keine Ordnung.
Oxford Univ.Press 2002 bisher nur auf Englisch

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